Darstellung:
Auf den seitlichen Schrägen am Brunnen befindet sich rechts der Drache und links der Teufel mit dem Schuljungen.
Das Teufelsbrünnlein ist aus Sandstein gefertigt, das viereckige Brunnenbecken besitzt einen Schwenkauslauf und ist von einem Schutzgitter umgeben.
An der Rückwand des Brunnenbeckens und direkt an die Kirchenmauer grenzend, befindet sich ein Relief mit Wappen der Stadt Nürnberg und Rost des Heiligen Laurentius.
Das Relief geht in einen neugotischen Rundpfeiler über, welcher in einer Fiale endet.
Geschichte:
Die Nürnberger Sage vom Teufel und dem Schusserbub ist die literarische Vorlage für das Teufelsbrünnlein:
Nachdem in St. Lorenz der Pfarrer gegen das Fluchen gesprochen hatte, spielten zwei Chorschüler in der Nähe der Lorenzkirche mit Schussern (Murmeln).
Im Laufe des Spiels gerieten sie in Streitigkeiten über das Spiel. Als der eine Bub beschuldigt wurde, betrogen zu haben, rief er aus: “Hol mich der Teufel, ich hab recht!” Doch log er und hatte tatsächlich betrogen.
Während er diese Worte sprach, flog der Teufel herbei und drehte dem Bub den Hals um. Daraufhin packte er den toten Chorschüler und flog mit ihm davon.
Die Kappe des Schülers fiel herab und blieb an der Blitzableiterstange des Chordaches der Lorenzkirche hängen, das daraufhin “Lausbubenkäpple” genannt wurde.
Quellen:
Emmi Bock: Nürnberger Stadtsagen, 2002
Günther P. Fehring, Anton Ress: Die Stadt Nürnberg. 2. Auflage bearbeitet von Wilhelm Schwemmer. Deutscher Kunstverlag, München 1982, S. 262.