Darstellung:
Der Brunnen ist dem deutschen Minnesang des Mittelalters gewidmet.
Auf einem sechseckigen Sockel aus Granit thront ein sechseckiges Wasserbecken, an dem sich an drei Seiten Beckeneinfassungen mit fischköpfigen Wasserspeiern in Formen des Jugendstils befinden.
In der Mitte sitzt auf einem sechseckigen Sockel eine weitere runde Wasserschale, die mittels zungenartiger Stützbögen mit den unteren drei Einfassungen verbunden ist.
Auf diesen Stützbögen sitzen fischschwänzige Kinderfiguren aus Bronze, die mit Fidel, Drehleier und Schalmei jeweils ein anderes Musikinstrument spielen.
In der Mitte des oberen Wasserbeckens ragt eine Säule empor, auf der die Bronzefigur eines Laute spielenden Minnesängers in mittelalterlichem Gewand steht. An der Säule selbst befinden sich ebenfalls sechs Wasserspeier.
Auf der oberen Brunnenschale ist zudem ein Liebesgedicht von Theodor Hampe von 1471 eingraviert.
Geschichte:
Aufgrund einer Stiftung von Babette Bach schrieb die Stadt Nürnberg einen Wettbewerb zur Verschönerung der Prateranlage mittels einer Brunnenanlage aus, den der Entwurf von Philipp Kittler gewann.
1936 wurde der Brunnen von den Nazionalsozialisten vermutlich auf Grund der jüdischen Herkunft der Stifterin Babette Bach entfernt. Das gleiche Schicksal traf bereits 1934 den ebenfalls durch jüdisches Mäzenatentum aufgestellten und später abgebauten Neptunbrunnen auf dem Hauptmarkt.
Sowohl die Jugendstilelemente als auch die Stifterinneninschrift wurden entfernt. Über den Zeitpunkt der Neuaufstellung des Brunnens im angrenzenden Rosenaupark gibt es verschiedene Angaben.
Manchen Quellen zufolge wurde er bereits 1938 wieder aufgestellt, während andere einen Zeitpunkt nach dem Zweiten Weltkrieg nennen.
Mittlerweile wurde der Name der Stifterin wieder mittels einer Bronzetafel angebracht.
Quellen:
Wiltrud Fischer-Pache: Prateranlage. In: Michael Difenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, S. 838.
Ruth Bach-Damaskinos: Minnesängerbrunnen. In: Michael Difenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, S. 696.